ICO nach Auslegungen von dem traditionellen Investor Howard Marks

Opinion
ICO nach Auslegungen von dem traditionellen Investor Howard Marks

Dmitri Jolkin

Haben Sie jemals von Howard Marks gehört?

Wenn Sie Bitcoin Investor im Alter von 20 Jahren aufwärts sind, werden Sie wahrscheinlich diesen Namen noch nie gehört haben.

Wenn Sie aber ein erfahrener Investitionsmanager aus London oder New York sind, dann werden Sie bestimmt wissen, dass Howard Marks ein sehr erfolgreicher Investor ist, der das Investitionsunternehmen Oaktree gegründet hat, das in die Wertpapiere investiert, die ihren Wert bereits verloren haben. Das Oaktree verwaltet mehrere Milliarden Dollar, das Unternehmen bekam einen besonders guten Gewinn nach der Finanzkrise vom Jahre 2008.

Der Vorsitzende von Oaktree Howard Marks ist außerdem bekannt dafür, dass er freundliche aber sehr schlaue Schreiben an die Kunden von Oaktree verfasst. Diese bekamen einen Kultstatus an der Wall Street.

Einer seiner letzten Briefe trug den Tiel “Sie gehen wieder hin… Wieder”; dabei ging es um die Frage, in wie fern die aktuelle Marktlage eine Seifenblase darstellt. Zudem behandelt er die Problematik von ICO; seine Gedanken gelten als typisch für einen traditionellen und erfahrenen Investor bezüglich der aktuellen Popularität der Kryptowährungen.

Meinung eines alten Mannes

Howard Marks zieht eine Schlussfolgerung hinsichtlich seiner Gedanken in Bezug auf Kryptowährungen in Form von zwei Stichpunkten: (a) Bitcoin, Ethereum und andere Währungen dieser Art sind gegen Hacker oder Fälscher geschützt, und (b) die Software, die zur deren Generierung verwendet wird, setzt strenge Grenzen bei der Anzahl der Währungen, die generiert werden dürfen.

Sein Argument gegen die Investierung in Kryptowährungen ist sehr einfach: Bitcoin und Ethereum sind virtuell.

Man kann eine virtuelle Währung benutzen, zum Beispiel das Ethereum, um andere virtuelle Währungen zu erwerben. Man kann virtuelle Währungen auch benutzen, um in neue Unternehmen zu investieren, die weitere Währungen generieren würden.

Als Argument gegen das Investieren in ICO erzählt Mr Marks folgenden Witz:

Zwei junge Männer begegnen sich auf der Strasse. Joe erzählt dem Bob über einen Hamster, den er verkauft: Er sei reinrassig und sehr klug. Bob sagt, dass er am Kauf von diesem Hamster durchaus interessiert wäre – für seinen Sohn – und erkundigt sich nach dem Preis des Hamsters. Joe sagt, dass der Hamster eine halbe Million Dollar koste; Bob nennt ihn wahnsinnig.

Am nächsten Tag begegnen sie sich wieder. „Was macht dein Hamster?“, fragt Bob.“Ist verkauft“, – antwortet Joe. „Hast du $500.000 bekommen?fragt Bob, verwundert. „Sicher,“» sagt Bob. „In cash?“ „Nein,» antwortet Joe. „Gegen zwei Wellensittiche für jeweils $250.000“. 

 Wer behält Recht?

Stimmt es denn, dass Howard Marks ein Dinosaurier ist, mit rückständigen Anforderungen an Technik, und deswegen die Vorteile der Kryptowährung nicht richtig einschätzen kann?

Er verneint das. Die Investoren bei Oaktree meinen, dass das Potenzial der Kryptowährungen, Anerkennung zu gewinnen, nur ein weiterer Beleg dessen sei, dass die finanzielle Naivität der aktuellen Marktspieler, ihre Rage und die Aufregung dafür sorgen würden, dass sie das Erwünschte für die Realität nehmen würden.

Howard Marks nimmt an, dass Kryptowährungen eine Finanzpyramide seien, die auf der Bereitschaft der Menschen beruhe, einen gewissen Wert den Sachen zuzuweisen, die entweder in der Tat sehr wenig Wert mit sich tragen würden oder deren Wert nicht größer sei, als der Betrag, den Menschen selbst dafür zahlen würden.

Dieses Dilemma sieht man nicht zum ersten Mal, merkt er an. Er erwähnt die Tulpenmanie von 1637, die Kampagne der Südseen aus dem Jahre 1729 und die Internetblase der Jahre 1999 – 2000.

Die Sicht des traditionellen Investoren ist wie folgt: eine ernste Investierung besteht aus dem Kauf der Sachen, denn der Preis ist attraktiv im Verhältnis zum Eigenwert. Spekulationen ereignen sich, andererseits, dann, wenn man etwas kauft, ohne den Grundwert zu berücksichtigen, weil man denkt, dass die anderen dafür mehr zahlen werden, in der Zukunft.

Der Preis von Bitcoin hat sich mehr als verdoppelt seit dem Jahresanfang, Howard Marks meint, dass man Bitcoins nicht ernsthaft als Tauschmittel oder Sparmittel wahrnehmen kann, sondern eher als Objekt für Spekulanten. Auch das Ethereum ist nichts anderes. Sein Wert ist um 4500% seit dem Jahresanfang gewachsen.

New York Times merkt an, dass der Gesamtwert von Bitcoin und Ethereum viel größer sei als der von PayPal und ist gleich dem Wert von Goldman Sachs. Aber was würden Sie denn bevorzugen: alle Kryptowährungen weltweit oder nur eins der genannten Unternehmen zu besitzen?

Mit anderen Worten, ist der Wert der Kryptowährungen real? Es kommt so vor, als würden die Währungen solange ihren Wert behalten, wie man eigenen Optimismus hinsichtlich der Sache behält.

Eins steht außer Zweifel. Wir werden bald erfahren, ob ICO nichts anderes als nur eine Paradox ist oder die Kryptowähungen in der Tat ein neues Instrument des Finanzmarktes darstellen. Mr Marks hat recht: viele Unternehmen konnten an Millionen im Laufe der Internetblaseepoche kommen und dann verschwinden. Nichtsdestotrotz nutzt man das Internet, das seine Wirkung jeden Tag erweitert, immer noch.


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